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Windmühle Oberaußem auf einer Postkarte
Windmühle Oberaußem 1940, Foto Erich Reimann
Mühlenstumpf 2005, Foto Ulrich Reimann

DIE EINSTIGE WINDMÜHLE VON OBERAUSSEM

 

Ein ehemaliges, lange Zeit weithin sichtbares Wahrzeichen von Oberaußem war die alte Windmühle auf dem Driesch.

 

Kurzbeschreibung der Windmühle: 

 

Mühlen Name:           Oberaußemer Mühle

Standort:                   Oberaußem

Adresse:                    An der Windmühle 5b

Baujahr:                    1813 oder 1846

Stilllegung:                1906

Typ:                           Turmholländer

Funktion:                   Kornmühle

Art:                            Turm-Windmühle

Zustand:                    Mühlenreste

Kreis:                         Rhein-Erft-Kreis

Bundesland:              Nordrhein-Westfalen

Konstruktion:             Backsteinmauerwerk

Innenausbau:            Holzkonstruktionen

Windflügel:                Stahl, Holz, Tuch

Krühwerk:                  Stahl und Holz

Höhe:                         ca. 14 m

Innendurchmesser:    unten ca. 7 m

 

 

 

GESCHICHTE UND FUNKTION DER WINDMÜHLE

 

 

Nachfolgend etwas zur Geschichte und zu der Funktion der Oberaußemer Windmühle: 

Ausarbeitung von Ulrich Reimann, 2005  

 

Gemäß den Aufzeichnungen des einstigen Hauptlehrers Josef Dürbaum, wurde die Windmühle auf dem Oberaußemer Driesch, im Jahre 1846 von dem Gutsbesitzer Johann Wilhelm Baumann vom Krüllshof erbaut.

Laut dem Buch „Die Denkmäler des Rheinlandes“, in dem Abschnitt über den Kreis Bergheim, soll die Erbauung der Mühle aber bereits im Jahre 1813 erfolgt sein. Über dem einstigen östlichen Eingangstor befindet sich eine stark verwitterte Inschriftentafel. Auf dieser ist der heute kaum noch lesbare Spruch; „Gott behüt in allen Gefahren die auf ihn ver(trauen), J.W. Baumann liess diese (Müh)le erbauen. Anno 1813 Gabr. Stark.“ eingraviert.

 

Demzufolge existieren also zwei Jahreszahlen über die Erbauung der Windmühle.

 

Eine diesbezügliche Recherche von Gert Fried, ein gebürtiger Oberaußemer, der heute in München lebt, zum Baujahr der Mühle ergibt folgendes:

 

1809 in der Kantons Beschreibung des Kreises Bergheim, erstellt vom Geometer (Landvermessers) Entienne für die französischen Zentralbehörden, sind für die Bürgermeisterei Paffendorf nur drei Wassermühlen erwähnt. Zwei in Glesch und eine am Finkelbach. Eine Windmühle in Oberaußem findet sich dort aber nicht. So muss man das Erbauungsjahr 1813 anzweifeln. Vielleicht stand an dieser Stelle etwas anderes oder man hat gebrauchte Steine hergebracht. Eine Windmühle im Kreis Bergheim für diese Zeit,  ist in dieser Beschreibung lediglich für Büsdorf erwähnt.

 

Ein Aufklärungsversuch von Ulrich Reimann aus Oberaußem, läßt die Vermutung zu, dass es sich bei dem Datum auf der verwitterten Tafel über dem Mühleneingang um das Geburtsjahr des Bauherrn gehandelt hat. Der Gutsbesitzer Johann Wilhelm Baumann und seine Frau Maria Johanna Baumann geb. Mundt, haben auf dem alten Teil des Oberaußemer Friedhofes, in einer heute noch bestehenden großen Familiengrabstätte in unmittelbarer Nähe zur Priestergruft und somit im Umfeld der alten Kirche auf dem Tonnenberg, ihre letzte Ruhe gefunden. Laut der Inschrift auf dem Grabkreuz dieser Familiengrabstätte wurde J.W. Baumann am 6. Sept. 1813 geboren. Verstorben ist er am 20. Nov. 1902,  also noch bevor die Windmühle endgültig aufgegeben wurde. Somit kann an größte Wahrscheinlichkeit grenzend davon ausgegangen werden, dass als Erbauungsjahr nur das Jahr 1846 in Frage kommen kann.

 

Die Oberaußemer Windmühle spielte auch bei den Anfängen der Industriellen Gewinnung der Braunkohle im Umfeld von Oberaußem eine Rolle. So war die Mühle in der Conzession für das Braunkohlenfeld „Giersberg – Fortuna, am 1. September 1856, als nordöstlicher Endpunkt (A) des Feldes festgeschrieben worden. Eine Grenzlinie verlief vom Punkt A (Windmühle Oberaußem) bis zur Mitte der einstigen Burg Holtrop nahe Paffendorf, etwa dort wo sich heute die Gebäude und ein Lagerplatz der RWE-Bowa befinden. Auch in der Conzession für das Braunkohlenfeld Schlenderhahn von 1859 findet man die Oberaußemer Windmühle und den Kirchturm unseres Ortes, als feste Bezugspunkte eingetragen.

 

Die Oberaußemer Mühle wurde als Turmwindmühle aus in Oberaußem selbst gefertigten Feldbrandsteinen errichtet. Sie diente der Zerkleinerung des Getreides und der Herstellung von Backmehl.

 

Man kann davon ausgehen, daß alle diese, sich konisch nach oben ver­jüngenden, runden Turmwindmüh­len erst im 18. und verstärkt im 19. Jh. errichtet wurden. Sie waren dauer­hafter und einfacher zu bedienen als der Vorgängertyp, die Bockwindmühle.

 

Zur Arbeit aller damaligen Mühlen diente in unserem Kreis-Gebiet überwiegend die natürliche Antriebskraft des Windes und das Wasser. Dementsprechend finden sich hier auch heute noch einige der alten Mühlen. In Büsdorf Brauweiler, Niederembt, Stom­meln und Grottenherten, Pulheim, Rheidt und Oberaußem sind die Wind-Mühlen zumindest als Mühlen­stümpfe erhalten geblieben. Einige bewahrten auch die technische Ausstattung und zwei sind sogar noch funktionstüchtig. Um 1863 wurden im Altkreis Bergheim neben 24 Wassermühlen neun Wind­mühlen zur Verarbeitung der Ern­te betrieben. Mit dem Einmarsch der Franzosen in das Rheinland wurde 1798 der Mühlenbann endgültig abgeschafft. Bis dahin waren fast alle Mühlen im Besitz der Landesherren und nur diese durften Mühlen errichten und betreiben. So wurde den abhängigen Bauern vorgeschrieben, in welchen Mühlen sie ihr Getreide mahlen lassen mussten, sie durften keine andere Mühle aufsuchen. Mit dem Fall des Mühlenbanns entwickelte sich ein regelrechter Mühlenboom.

 

Die Wind-Mühlen nahmen alte Standorte ein und benutzten zunächst die Konstruktionsweise der hölzernen Bockmühle, die heute in nur weni­gen Beispielen erhalten ist, jedoch einstmals weit in Europa Verbrei­tung fand. Nahe der nordwestlichen Grenze des Kreisgebietes steht als solche noch die Titzer Mühle, eine weitere gelangte ins Freilichtmuseum Kommern.

 

Auch im Kreisgebiet dominierten damals die Windmühlen die Silhouetten der Landschaft. Mit ihren drehbaren Flügeln bildeten sie einen schönen Kontrast zu den meist spitzen Kirchtürmen.

 

Bockwindmühlen, die ein­schließlich des Schindeldaches komplett aus Holz errichtet waren, funktionierten mit dem Arbeitsprinzip, den gesam­ten Mühlenaufbau auf einer verti­kalen Mittelachse zu drehen und dadurch die Flügel in den Wind zu stellen. Schräge Streben sicherten diese Mittelachse gegen das Um­fallen. Über eine äußere Ladeluke gelangte der Getreidesack zunächst in das Dachgeschoss. Das Mahlgut wurde von dort in den Mahlvorgang geschüttet und konnte an der unteren Tür als gemahlenes Mehl in den Säcken in Empfang genom­men werden.

 

Die hölzernen Bockmühlen wurden dann  im Laufe der Zeit von den steinernen Turmwindmühlen abgelöst.

 

Bei den Turmwindmühlen war die gesamte Dachhaube auf einer Rollenbahn drehbar gelagert. Die kreisförmige Drehwerk bestand aus einer U-förmigen Eisenschiene, die als Rollenbahn auf dem Turmmauerwerk befestigt war und einem an der Dachhaube montierten Rollenkäfig mit Stahlrollen. In früherer Zeit waren dort noch Holzrollen im Einsatz gewesen. In der Haube war die gewaltige Flügelwelle mit ihrem riesigen Kammrad montiert und in einem Gleitlager gelagert. Durch die schräg in der Mühlenhaube verlaufende, nach unten geneigte Anordnung der Flügelwelle, berührten die Flügel bei der Drehung den konischen verlaufenden Mühlenturm im unteren Bereich nicht. Die gesamte Haube wurde durch ihr Eigengewicht und durch die Windkraft auf die Rollenlagerschiene und die Flügelwelle in die Wellenlagerung gedrückt. Als Lager für die Flügelwelle kamen Gleitlagerungen aus so genanntem Katzenstein zum Einsatz. Das war eine Art Fettstein, mit harter glatter und etwas fettiger Oberflächenstruktur. Seinen Namen hat der Stein von dem Umstand erhalten, dass er bei der Bearbeitung sehr stark nach Katzendreck riecht. Der Antrieb der in der Mühle eingebauten Maschinerie erfolgte über die Flügelwelle mit dem Kammrad und dem Kronrad auf der senkrecht angeordneten Königswelle, die genau in der Mitte des Mühlenturms steht. Zur Bremsung  des Mechanismusses war das Kammrad meistens mit einer Backenbremse versehen.

 

Bei einer Turmwindmühle wurde mittels einer bis zum Boden hinabreichenden Bal­kenkonstruktion, dem Krühwerk, nur die Haube in den Wind gedreht. Eine auf der Haube angebrachte Wetterfahne half dem Müller dabei, die für einen optimalen Betrieb erforderliche Ausrichtung der Haube mit den Flügeln zu erreichen. Sie zeigt ihm die genaue Windrichtung an. Am Ende der Krühwerk-Balken, dem sogenannten Stert, war meist ein Kettenzug angebracht. Die Kette wurde an den Krühpfählen, die rund um den Mühlenberg im Erdreich eingelassen sind befestigt. Über eine Kurbel wurde dann die Haube bewegt. Eine anstrengende Arbeit. Zum Glück kommt in unserer Gegend der Wind meistens aus Westen, so dass nur ab und zu die Stellung korrigiert werden mußte.

 

Die Flügel der Mühlen waren meistens aus Holz und als Segelgatterflügel ausgeführt. Um ausreichende Kraft zur Verfügung zu haben, wurden die Flügel je nach Windstärke mehr oder weniger mit Segeltüchern bespannt. Die Segeltücher ließen sich vom Boden aus, ohne Besteigung der Flügel aufziehen (natürlich nur, wenn man genügend Übung hatte) und wurden, wenn sie nicht gebraucht wurden zusammengerollt und um den Flügel geschlungen. Dem Müller standen also zwei Regularien zur Optimierung der Antriebskraft zur Verfügung. Die Drehbarkeit der Turmhaube mit den Flügeln und die Variierung der Flügelfläche mittels der Leinwand. Später wurde die Flügelleinwand auch durch verstellbare Metallschaufeln ersetzt (heute noch in an der Windmühle in Stommeln zu sehen).

 

Die Getreideverarbeitung in den steinernen Turmwindmühlen entsprach dem Arbeitsprinzip der Bockwindmühlen. Das heute zugemauerte große ehemalige Tor auf der Ostseite der Oberaußemer Mühle läßt den Schluss zu, das die Mühle mit Fuhrwerken befahren werden konnte, um das Mahlgut im Mühlenturm direkt von bzw. auf einen Wagen zu verladen.

Noch heute sind im steinernen Fußboden, im inneren der Mühle, die Spuren der einstigen eisernen Radlaufringe der Fuhrwerke deutlich erkennbar.

 

Die schnell fortschreitende Technisierung und eine Konzentration auf Großmühlen machten den Handwerkszweig der Windmühlen auf dem Lande zum Ende des 19. Jahrhunderts weitgehend kaputt. Das galt auch für Oberaußem. Der letzte in der Oberaußemer Windmühle tätige Müller, war Peter Wintz –im Ort auch der Wintze Baas gerufen-, der die Mühle von der Familie Baumann gepachtet hatte.

1905 gab Peter Wintz die unrentabel gewordene Arbeit in der Windmühle und dem dazugehörigen kleinen Landwirtschaftsbetrieb auf. Er kaufte sich damals die rechte Hälfte vom Oberaußemer Abtshof als Landwirtschaftsbetrieb und erbaute zusätzlich an der Bergheimerstraße, - im Volksmund auch Dispetack genannt-, eine neue motorbetriebene Kornmühle.

mehr zur Motormühle:

 

Bereits 1906 wurde dann die Oberaußemer Wind-Mühle endgültig stillgelegt und dem Verfall preisgegeben. Keiner kümmerte sich mehr um das Bauwerk.

 

Nach dem ersten Weltkrieg hatte der damalige Besitzer des Baumannshofes, Wilhelm Rath, für einen erforderlichen Scheunenbau, selbst die Feldbrandziegel hergestellt. Auf dem heutigen Vorgelände an der Windmühle hatte man den erforderlichen Ziegelbrandofen montiert. Das Grundmaterial Lehm, hatte man am Kölner Hohlweg gewonnen. 

 

In den letzten Kriegsmonaten des 2. Weltkrieges wurde die stillgelegte Windmühle, in deren Nähe sich Flak- und Artilleriestellungen der Deutschen Wehrmacht befanden, von tieffliegenden alliierten Kampfflugzeugen sogar des öfteren angegriffen und als Zielscheibe benutzt. Die dabei entstandenen Einschussschäden an Dach und Baukörper trugen dann auch zum schnelleren Verfall bei. Turm, Dach, Windflügel und die Inneneinrichtung der Mühle verfielen nach dem 2. Weltkrieg zusehends. Teile der Windflügel und der hölzernen Inneneinrichtung waren nach dem Krieg bereits von den damaligen Bewohnern des nebenan liegenden Müllerhaus demontiert und als Heizmaterial verwendet worden. Auch manch einer der in den 1950-ger Jahren neu angesiedelten Bevölkerung "Auf dem Driesch", hat noch vom Holz der alten Mühle profitiert. Heinrich Musbeck hat daraus so manch einen Holzfensterrahmen für seine Nachbarn gezimmert.

 

1960 war das Gebäude dann in einem völlig verwahrlosten Zustand. Die Mühlenreste und der danebenstehende ehemalige Leuchtturm (Stahlgitterturm mit elektrisch betriebenem Leuchtfeuer zur Orientierungshilfe für Flugzeuge der Strecke Köln „Butzweilerhof – Brüssel), hatten sich nach dem Kriege immer mehr zu einem höchst gefährlichen  Abenteuerspielplatz der Dorfjugend entwickelt. Die Besteigung dieser Bauruinen galt damals bei den Oberaußemer Schülern als wahre Mutprobe. Um z. B. die oberste Mühlenetage mit der dort montierten Flügelwelle und den Antriebszahnrädern oder gar das Dach der Mühle ohne Leitern zu erreichen, war eine waghalsige Kletterpartie am äußeren Mauerwerk des Turmes erforderlich.  Als Kletterhilfe mußte man die durch den Beschuß der Mühle mit Bordwaffen entstandenen Löcher im äußeren Mauerwerk benutzen. Durch die mittlere Fensteröffnung konnte man dann ins Innere der Mühle einsteigen. Hier traf man auf ein regelrechtes Trümmerfeld von schweren Mühlsteinen, hölzernen Antriebsrädern und sonstigen Konstruktionsteilen der Mühle. Das gesamte teilweise noch vorhandene alte Innenleben der Mühle hing damals sehr locker und völlig schief an noch wenigen Halterungen, sozusagen an seidenen Fäden. Es war also äußerst gefährlich die Mühle überhaupt zu betreten vielmehr noch darin herumzusteigen. Manch ein übermütiger Bursche hat seine Waghalsigkeit  mit einem bösen Sturz und daraus resultierenden Verletzungen bezahlt.

Das Betreten der Mühle war natürlich von Amts wegen per Verbotsschild für alle untersagt. Auch in der Schule wurde stets unter Androhung von Strafe auf die Gefahr und das Betretungsverbot hingewiesen. Da diese Verbote aber eher ein zusätzlicher Anreiz für viele junge Leute war, das Abenteuer zu suchen und auch zu bestehen, es brachte ja Anerkennung bei den Kameraden, wurde es aus Sicherheitsgründen unumgänglich, von der Behördenseite aus etwas zu unternehmen.

Der Gemeinderat von Oberaußem-Fortuna befaßte sich dann in der Gemeinderatssitzung am 14.6.1961 mit der Restaurierung bzw. einer Weiterverwendung der alten Mühle. Im Sitzungsprotokoll dazu heißt es: Zur Erhaltung und Sicherung des Bauwerkes sind Maurer- Zimmer- und Dachdeckerarbeiten notwendig. Die hierfür anfallenden Kosten wurden mit 5.338,- DM veranschlagt. Hierzu erfolgte ein Ratsbeschluss mit dem Ergebnis: 15 Ja-Stimmen, eine Stimmenthaltung. Mit der Ausführung der Sicherungs– und Erhaltungsarbeiten wurden die Oberaußemer Firmen Bernhard Walter (Zimmerei), Andreas Breuer (Dachdeckerei) und Willi Weege (Maurermeister) beauftragt. Fa Walter und Wege führten ihre Arbeiten auch auftragsgemäß aus.

So wurden die angefaulten Reste der hölzernen Windflügel, noch vorhandene Stahlträger, die Balkenreste des Krühwerkes zum Drehen der Mühlenhaube sowie Teile der Inneneinrichtung (Mühlsteine, Antriebswellen, Holzräderwerk etc.) demontiert. Einige Reste der alten Mühlsteine blieben erhalten. Ein Teil davon ist heute als Türschwelle zur westlichen Eingangstür der Mühle, im Boden eingelassen.  Dem Restgebäude wurde als Witterungsschutz ein Rundhelm aus Holz mit Zinkblechverkleidung aufgesetzt.

Die erforderlichen Dachdeckerarbeiten wurden letzendlich von den beiden Oberaußemern Peter-Josef Conrads und Friedel Breuer, im Auftrag der Bergheimer Firma Over ausgeführt. Die Firma Over hatte den ursprünglich von der Gemeinde an die Firma Andreas Breuer erteilten Auftrag, von der damals wegen Geschäftsaufgabe eingestellten Fa. Breuer übernommen.

 

Da zum damaligen Zeitpunkt keine sinnvolle Nutzung  des Gebäudes in Sicht war, wurden sämtliche Tür- und Fensteröffnungen zugemauert bzw. mit einer Stahltür verschlossen. Durch diese Maßnahmen, sowie aufgrund der angrenzenden Errichtung der Wohnhaussiedlung „Am Funkenkamp“ hatte sich dann auch zur Freude vieler besorgter Eltern, das leidige Problem mit dem sogenannten „Abenteuerspielplatz alte Windmühle in Oberaußem“ erledigt. Seit dieser Versiegelung des Mühlenkörpers, hat sich niemand mehr in unserem Ort große Kopfschmerzen um das eigentlich geschichtsträchtige Bauwerk gemacht.

 

Erst im Jahre 2005 haben sich traditionsbewußte Einwohner von Oberaußem um Albert Nikolin zusammengefunden und dazu entschlossen, die alte Windmühle wiederzubeleben. Zielsetzung dabei war, daß Gebäude zu sanieren und zu renovieren, um es zukünftig auch sinnvoll zu nutzen.

Albert Nikolin hat inzwischen die Mühle von der Stadt erworben um daraus eine Begegnungsstätte für die Bevölkerung, mit einem integrierten Heimatmuseum zu erstellen. Durch die inzwischen angelaufenen Sanierungs- und Erneuerungsmaßnahmen soll der Nachwelt und natürlich allen interessierten Menschen ein Ein- und Überblick über Teile der Geschichte, das Leben und die Kultur von Oberaußem ermöglicht werden.

 

 

Quellen:

  • Josef Dürbaum, Heimatkunde von Oberaußem, sowie die Neuauflage Oktober 2000 von Hans-Josef Weck, Hans-Joachim Mörs, Carsten Meyer
  • Christian Kämmerling, 100 Jahre Pfarrkirche St. Vinzentius in Oberaußem
  • Hans Vogt, Niederrheinischer Windmühlenführer Nr.161
  • Buch, „Die Denkmäler des Rheinlandes“
  • Gerd Fried,München
  • Schwarzweisfoto: E. Reimann, 1940
  • Schwarzweisfotos: Privatfotos Oberaußemer Bürger, Bernhard Walter
  • Zeichnung: Willi Weiss
  • Texte zur Grottenhertener Mühle im Internet
  • Buch: „Kulturregion Erftkreis, Verluste einer Denkmal-Landschaft von Frank Kretzschmar
  • Buch: „Fortuna“ von Volker H. W. Schüler u. Helmut Schrön
  • Fritz Esser - Ziegelbrandofen an der Windmühle
  • Recherchen, Textergänzungen und neue Texte: Ulrich Reimann