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Historiker Gerd Friedt

von Hans Griese
Gerd Friedt im tiefen Schnee. München, 12.01.2019

Der Historiker Gerd Friedt

08.01.2006

 

Der Historiker Gerd Friedt wird oft in Zeitungen zitiert, wenn sein profundes Wissen über die jüdische Geschichte wieder gefragt ist. Insider wissen, wer Gerd Friedt ist. Aber wissen es auch die vielen Bürger, die erst in den letzten Jahren in diese Region gezogen sind? Wer ist Gerd Friedt? Gerd Friedt wurde am 28. Oktober 1945 in Köln geboren, verbrachte aber seine Kindheit in Oberaußem, wo er Kindergarten und Schule besuchte. Seit über 25 Jahren lebt er in München und ist dort mit einer Münchenerin verheiratet.

Von hier aus recherchiert er täglich auf der ganzen Welt. Gerd Friedt hat sich mit seinen Forschungsaktivitäten zum jüdischen Leben im Rheinland in vielen Kreisen einen besonderen Ruf erworben. Im Jahr 2001 wurde ihm für seine Arbeit das Bundesverdienstkreuz verliehen.

Seit 1975 widmet sich Gerd Friedt, der mehrere Jahre seines Lebens im Kreis einer jüdischen Familie in Israel verbrachte, der jüdischen Lokal- und Gemeindegeschichte auf dem Gebiet des linken Rheinufers, insbesondere Bergheim und dem heutigen Rhein-Erft-Kreis. Darüber hinaus hat er Familien- und Einzelbiographien für die Städte Bedburg, Elsdorf und Kerpen erstellt. Besonderes Augenmerk wird auf die Bearbeitung rheinisch-jüdischer Landfriedhöfe gelegt, die er auch nach seinem Umzug nach München 1980 bewahrt. Seine Kenntnisse der hebräischen Sprache ermöglichten es Friedt, teilweise in Zusammenarbeit mit anderen lokalen Forschern und Genealogen, die Grabsteinbestände jüdischer Friedhöfe vollständig zu übersetzen und so vor dem Verfall zu bewahren.

 

 

Der Judenfriedhof in Elsdorf

Gerd Friedt,Elsdorfer Judenfriedhof, 2002, Foto: H.Griese

Dieses Foto wurde am Sonntag, den 3. März 2002 aufgenommen und zeigt Gerd Friedt bei der Aufnahme einer sehr verwitterten Grabsteininschrift auf dem jüdischen Friedhof in Elsdorf.
Ohne seine Initiative würden viele Inschriften für immer verloren gehen. 

Das Leben von Gerd Friedt wird in dem Buch "Familie Kommerzienrat Adolf Silverberg" wie folgt beschrieben:
Gerd Friedt (verheiratet, 1 Sohn) wurde 1945 in Köln geboren. Seine Kindheit und Jugend verbrachte er in Oberaußem. 1960 absolvierte er eine Lehre als Elektriker, heute ist er als Elektriker an der LMU München tätig. Gerd Friedt arbeitete viele Jahre ehrenamtlich in der Jugendarbeit des Bergheimer Stadtteils. Er arbeitete für den Landkreis als Skilehrer, in den Herbstcamps als Werkslehrer und Sportdirektor auf dem Finkenberg in Blankenheim. Damals wurden über den ehemaligen Bezirksjugendbeauftragten Bernhard Michalski Kontakte nach Israel geknüpft. 1968/69 reiste Gerd Friedt zum ersten Mal in den Mittleren Osten. Der gesamte Aufenthalt dauerte mehr als fünf Jahre bis 1980, vor allem in einem von deutschen Juden gegründeten Dorf. Von dort aus wurden Verbindungen zu den ehemaligen Bedburger Juden und ihren Nachkommen hergestellt. 1975 wurde zum Thema "Bergheimer Juden" geforscht, wobei reichhaltiges Material über die Juden in Bedburg gesucht wurde. 1983 erschien "Die Geschichte der Juden in Bergheim/Erft". 1989 veröffentlichte Gerd Friedt eine Biographie und Übersetzung der Beschneidungs- und Hochzeitstage des orthodoxen Rabbiners Dr. Benedict Wolf aus Köln. 1995 veröffentlichte der Bergheimer Geschichtsverein in seinem Jahrbuch einen Beitrag des rheinischen Judaisten über den Arzt Dr. med. Dr. med. Moyses Levi und Vorläufer der jüdischen Gemeinde Jülich, die im 18. Jahrhundert in Bergheim lebten. Weitere Arbeiten waren Artikel in jüdischen Zeitungen, zahlreiche genealogische Arbeiten für jüdische Privatpersonen und Beiträge an Pincas Kehillot Rheinland (Gedenkbuch für die jüdischen Gemeinden im Rheinland), Yad Vashem Jerusalem. Seit 1987 beschäftigt sich Gerd Friedt intensiv mit der Geschichte der Juden in Bedburg. Neben dieser Biographie der Familie des Kommerzienrats Adolf Silverberg, die auch einen Beitrag zur Wirtschaftsgeschichte des Rheinlandes darstellt, wird eine grundlegende Publikation zum Bedburger Judentum vorbereitet, die voraussichtlich 1998 von der Bedburger Historischen Gesellschaft veröffentlicht wird.
Die Familie Friedt ist eine der altkatholischen Familien in diesem linken Teil des Rheinlandes, dem sogenannten Niederrhein.
Heute, im Jahr 2011, sind Teile unserer Familie über die ganze Welt verstreut und so zogen wir in die USA, die Schweiz und ich nach München, der bayerischen Metropole.
Hans Griese