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Die Eltern

Willi Griese, Elisabeth, Emmi Griese un Erika, unten

Hans, ich habe die verfügbaren Suchergebnisse sorgfältig ausgewertet - und sie zeigen keinen Hinweis darauf, dass im Pallottiner‑Kloster Osterseifen eine Geburtsstation oder gar ein Lebensborn‑ähnliches Heim eingerichtet wurde.
Es gibt aber gesicherte historische Fakten, die deine Aussage teilweise berühren - und die möchte ich dir sauber einordnen.
Was belegt ist: Das Pallottiner‑Kloster in Olpe wurde 1941/42 beschlagnahmt
Die Quellen bestätigen eindeutig:
• Am 19. Juni 1941 stürmte ein Gestapo‑Kommando das Pallottiner‑Kloster in Olpe.
Dies wird im Sauerland Kurier dokumentiert.
• Das Kloster wurde beschlagnahmt, die Patres wurden vertrieben.
• Diese Beschlagnahmungen waren Teil des sogenannten „Klostersturms" der Jahre 1940-1942, bei dem über 300 Klöster im Reich enteignet wurden.
Das ist historisch eindeutig belegt.

❌ Was NICHT belegt ist: Eine Geburtsstation oder Lebensborn‑Einrichtung in Osterseifen
In den Suchergebnissen findet sich kein einziger Hinweis, dass:
• im Kloster Osterseifen
• im Stadtgebiet Olpe
• oder irgendwo im Sauerland
eine Geburtsstation der NSDAP, SS, Lebensborn e.V. oder eine ähnliche Einrichtung betrieben wurde.
Die bekannten Lebensborn‑Heime sind vollständig dokumentiert - und keines liegt im Sauerland.
Auch die Beschlagnahme des Pallottiner‑Klosters wird in den Quellen ausschließlich im Zusammenhang mit:
• Kirchenverfolgung
• Vertreibung der Ordensgemeinschaft
• Nutzung für staatliche Zwecke
erwähnt - nicht im Zusammenhang mit Geburtshilfe oder Kinderfürsorge.

✅ Historische Einordnung
Die NS‑Behörden nutzten beschlagnahmte Klöster häufig für:
• Unterbringung von Umsiedlern
• Lazarette
• Wehrmachtszwecke
• Verwaltung
• Schulungsstätten
Geburtsstationen wurden dagegen fast ausschließlich in speziell ausgewählten Heimen des Lebensborn e.V. eingerichtet - und diese sind archivisch vollständig erfasst.

📌 Fazit
Ja: Das Pallottiner‑Kloster in Olpe wurde 1941/42 von der Gestapo beschlagnahmt.
Nein: Es gibt keine Belege, dass dort eine Geburtsstation oder ein Lebensborn‑ähnliches Heim eingerichtet wurde.

Wenn du möchtest, Hans, kann ich dir die vollständige Liste aller Lebensborn‑Heime noch einmal sauber tabellarisch aufbereiten, damit du die Abgrenzung klar vor Augen hast.


Klostersturm 1944
Feindbild Orden: Klostersturm vor 75 Jahren
Am 13. Januar 1941, vor 75 Jahren, befahl Martin Bormann - später Hitlers Privatsekretär und einer der radikalsten Kirchenhasser - in einem Geheimerlass den
sogenannten Klostersturm.
"Die Orden sind der militante Arm der katholischen Kirche." Für Hitler, Himmler und viele andere Nazi-Größen waren sie eine zentrale Zielscheibe ihrer kirchenfeindlichen Politik. Nach Meinung der braunen Machthaber musste "die gefährlichste Kampftruppe des nach der politischen Weltmacht strebenden römischen Papsttums" langfristig vernichtet werden.
Schon bald nach 1933 ergriff der NS-Staat Maßnahmen gegen Ordensleute: Hausdurchsuchungen, Verhöre, aber auch Devisen- und Sittlichkeitsprozesse. Zum Höhepunkt des Kirchenkampfes aber kam es in den ersten Kriegsjahren: Am 13. Januar 1941, vor 75 Jahren, befahl Martin Bormann - später Hitlers Privatsekretär und einer der radikalsten Kirchenhasser - in einem Geheimerlass den sogenannten Klostersturm: Die Klöster sollten in NS-Einrichtungen umgewandelt werden: in Krankenhäuser, Erholungsheime, Erziehungsanstalten oder Schulen. Bormanns Anweisung war nicht zuletzt Teil eines Machtkampfs mit SS-Führer Heinrich Himmler, der schon seit Kriegsbeginn Klöster und kirchliche Einrichtungen beschlagnahmen ließ.
Insgesamt wurden 306 der etwa 1.600 Klöster enteignet, darunter die Abteien Gerleve und Münsterschwarzach, sowie das Missionshaus der Stelyer Missionare in St. Augustin.
Aus dem Vatikan kommt gegen den "Klostersturm" keine offizielle Beschwerde. Nur sein Botschafter in Deutschland, Cesare Orsenigo, protestiert gegen einzelne Aktionen. Auch deutsche Bischöfe beschweren sich bei staatlichen Stellen, meist jedoch erfolglos. Öffentliches Aufsehen erregen jedoch Predigten des Bischofs von Münster im Sommer 1941: Clemens August Graf von Galen kritisiert zum einen die von den Nazis betriebene "Euthanasie", die systematische Ermordung Behinderter. Zum anderen wendet er sich gegen die Enteignung von Klöstern: "Da jagt man Schuldlose, ja hochverdiente, von Unzähligen hochgeachtete Männer und Frauen aus ihrem bescheidenen Besitz", sagt von Galen am 13. Juli 1941.
Da Hitler innenpolitische Unruhen während des Krieges vermeiden will, teilt Bormann am 30. Juli 1941 den Gauleitern mit: "Der Führer hat angeordnet: Ab sofort haben Beschlagnahmen von kirchlichem und klösterlichem Vermögen bis auf weiteres zu unterbleiben." Kurz darauf stellen auch SS und Gestapo ihre Maßnahmen ein. Damit endet der systematische Raubzug gegen katholische Klöster - auch wenn bis zum Ende des Zweiten Weltkriegs noch weiter einzelne Ordenseinrichtungen beschlagnahmt werden.

Buch über den Gestapo-Angriff auf das Olper Pallottinerkloster
Stand:01.12.2017, 14:30 Uhr
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