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OBERAUSSEM

Ortsansicht Oberaussem um 1900

(Postkarte, Litho 1901)


Eine lesenswerte Beschreibung des alten Oberaussem im Jahre 1906, findet man in dem Buch

Wanderungen durch den Kreis Bergheim anno 1906

Rhein-Erft-Kreis (Hg.), 2011

Nachfolgend der Abschnitt zu Oberaussem


>>Wir blicken in die Rheinebene hinab und haben eben den Riegel der Ville, der uns von der Erftbucht scheidet, überschritten. [...]
Weiter führt die Wanderung uns bergab in Richtung Nordosten. Dann erreichen wir Oberaußem. Mit seiner Bebauung ist der Ort ein typisches rheinisches Dorf, das sein Gesicht durch die Industrialisierung verändert hat.
Mächtige Ulmen beschatten Gärten und Höfe, in eine geschlossene Straße legt sich eine grüne Obstwiese. Hinter jedem Hause und jeder Hütte grünt es und reift Obst, und in den Hausgärtchen blühen gar vielerlei Art. In Oberaußem sind die Straßen mit einer gewissen Regelmäßigkeit angelegt und gut, sehr gut im Stande. Noch brütet in der Mitte des Dorfes der große Dorfweiher; seine Wasser sind nun teilweise außer Dienst gestellt, seit die Kreiswasserleitung angelegt ist. Enten und Gänse dient er als willkommener Tummelplatz.
Straß‘ auf, Straß‘ ab sind wir gezogen und in kühler Schenke hat uns ein frischer Trunk erquickt; da wollen wir auch der Kirche einige Augenblicke widmen.
Sie liegt an erhöhter Stelle ziemlich frei und hebt sich hierdurch achtunggebietend über das schöne Dorf. Im Jahre 1878 wurde sie in gotischem Style mit drei Schiffen erbaut und im Jahre 1881 eingeweiht. Von ungemein freundlicher Wirkung ist der gefällige, schöne Bau, dem Dorfe zur Zierde gereichend. Ursprünglich muß wohl, nach alten Urkunden zu urteilen, Oberaußem noch Niederaußem eingepfarrt gewesen sein; nach ähnlichen Quellen eine Zeit lang auch der Pfarrkirche von Bergheim unterstanden haben.
Die alte Kirche lag auf einem schroff ins Dorf vorspringendem Hügel; sie war räumlich sehr beengt und wurde nach Fertigstellung der neuen Kirche abgebrochen. Sie soll einen ungemein hohen Turm von sehr starkem Mauerwerk in romanischem Stile gehabt haben.
Noch liegt auf der Stelle der Friedhof des Ortes, von niederer Mauer umschlossen. Ein breiter, wohl gepflegter Pfad windet sich zur Höhe des Kirchhofes hinauf. Hier erhebt sich eine mächtige Kastanie. Doch sieh da! Unter den vielen Denkmälern und Leichensteinen hat die Kastanie noch alte Bekannte. Verwittert, zerbröckelnd, flechtenbewachsen steht da noch eine Reihe niederer Steinkreuze von altertümlichen Formen und Jahreszahlen, die tief ins 18. Jahrhundert reichen, und heute leben wir im 20. Da kann der stattliche Baum ja noch Zwiesprach halten mit alten Genossen.
Frei schweift der Blick von diesem schönen Friedhofe über die Lande, fern und nah! Zu seinen Füßen liegt das Dorf mit der stolzen Kirche. Just am Bergeshang lugt unter dichter Weinverschlingung das Pfarrhaus hervor; ein idyllischer Wohnsitz.
Hier droben aber mag sich‘s wohl ruhen lassen nach hartem Daseinskampfe. Bis hierhin dringt nicht allzu sehr des Lebens Hasten und Lärmen; hier wohnt selige Ruh!
Wir steigen hinunter und wandern durch eine lange, lange Gasse, an der niedere Häuschen sich eng aneinander schmiegen; wahrscheinlich das Quartier der werktätigen Bevölkerung. Über 100 Arbeiter finden aus Oberaußem auf »Fortuna« lohnende Beschäftigung. Der Überschuss der Geburten braucht hier nicht abzuwandern in fremde Industriegebiete. Die Heimat ernährt sie hier alle und bleibt ihnen gütige Mutter.
Die Fortunastraße führt uns aus dem Dorfe hinaus wieder auf die Höhe<<

 

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Die Heimatgeschichte von Oberaussem wird anhand der nachfolgend aufgeführten Themengruppen, mit gezielten Beiträgen beleuchtet, aufgearbeitet und dokumentiert.


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Eine Zusammenstellung von alten Begriffen und Redensarten in Oberaußer Platt. Aufgeschrieben von Martin Schneider

 

Eine Sammlung alter Fotos von Personen, Gesellschaften sowie Straßen und Objekten aus dem alten Oberaussem

 

Beschreibungen und Daten zu außergewöhnlichen Vorkommnissen, die Personen, Festtivitäten, Einrichtungen, Sehenswürdigkeiten und mehr betreffen.

 

Detaillierte Beleuchtung und Dokumentierung von besonderen Familien- und Personengeschichten

 

Hier wird die Basis zur wirtschaftlichen Entwicklung der Gemeinde Oberaussem detailliert betrachtet und aufgezeigt.

 

Für die Zeitspanne von 1850 bis heute gilt die hiesige Braunkohlenindustrie als die bedeutendste Lebensader der Orte Oberaussem und Fortuna.

 

Natürlich war die Kirchengemeinde mit ihren Bauwerken und das Kloster Bethlehem, besonders prägend für die Ortsentwicklung

 

natürlich blieb auch Oberaussem nicht von den vielen Kriegsereignissen der letzten 200 Jahre verschont

 

bereits seit 2 Jahrhunderten hat man stets, ein als ausgesprochen gut zu bezeichnendes Schul- und Kindergartensystem im Ort

 

um sein ausgeprägtes Vereinswesen wurde Oberaussem jahrzehntelang von vielen beneidet

 

Durch das frühere Oberaussem spazieren gehen. Auf dem Kirchweihfest 2005 zeigte Hans Griese viele alte Bilder

 

 

Auch in der langen Ortsgeschichte von Oberaußem, tauchen teilweise umfangreiche, interessante Sagen, Legenden und Geschichten auf.