Die Aufnahmeprüfung im PP Köln

- Das Polizeipräsidium am Waidmarkt in Köln-Mitte
Die Bewerbung
Wir beide, Hubert und ich, entschieden uns für den Ersatzdienst bei der Polizei. Von meinem Nachbarn Walter Balscheit, der Anfang der 60er Jahre Polizeibeamter der Polizeistation in Bergheim war, und auf dem Driesch, Ecke Dürbaum Straße sein haus gebaut hat, besorgte wir uns Bewerbungsunterlagen, die wir umgehend einreichten. Es waren nicht nur Angaben zu Person, Familie, Schulbildung, Beruf und Lebenslauf erforderlich, sondern es mussten vier Personen benannt werden, die von Polizeibeamten befragt wurden, um etwas über unseren Leumund zu erfahren. Der Leumund beschreibt den allgemeinen Ruf, den eine Person in der Öffentlichkeit oder im sozialen Umfeld genießt - also wie andere über ihre Zuverlässigkeit, Ehrlichkeit, Charakterfestigkeit und Vertrauenswürdigkeit. Bei mir war das mein Lehrer Stempel. An die anderen Personen kann ich mich nicht mehr erinnern. Ende 1963 bekam ich und auch Hubert die Mitteilung, dass wir demnächst Nachricht und den Termin für das weitere Einstellungsverfahren bekommen.
Der Werbe‑ und Auswahldienst der Polizei NRW in den 1960er‑Jahren war ein stark zentralisierter, behördlich gesteuerter Rekrutierungsapparat, der auf massive Nachwuchsprobleme reagierte. Er arbeitete mit klassischer Öffentlichkeitswerbung, Schule ‑und Berufsberatung, Informationsveranstaltungen, und einem mehrstufigen Auswahlverfahren, das stark auf Schriftproben, Allgemeinwissen und polizeiärztliche Tauglichkeit setzte.